
Mitten im Dorf steht der schlichte spätbarocke Kirchenbau. Der Turm versucht vergeblich mit den umgebenden Bergen zu wetteifern: ein achteckiges Glockengeschoß mit Zwiebelhaube strebt zur Höhe. Der helle, freundliche Innenraum besteht aus einem dreijochigen Langhaus mit dem etwas schmäleren, einjochigen Chor mit dreiseitigem Schluss.Die drei prächtigen Barockaltäre stammen aus der alten ehemaligen Kirche auf dem "Wiesele". Diese stand in einsamer Berglage nahe Fendels, mit dem Blick nach Kaltenbrunn.
Sie war ein Wallfahrtsort zum Heiligen Kreuz und wurde von den Mönchen des Klosters Stams betreut. 1751 wurde die Kirche vom Brixner Fürstbischof Leopold Graf Spaur geweiht, musste aber schon 1795 unter Kaiser Franz II. geschlossen werden. So kamen die drei prächtigen Altäre in die neue Kirche nach Feichten. Die Altarfiguren (um 1750) gelten als Werke von Stefan Förger, einem sonst eher im Tiroler Unterland tätigen Innsbrucker Bildschnitzer (z.B.: Hochaltar in Hainzenberg bei Zell am Ziller) Der Maler der drei qualitätvollen Altarbilder könnte der aus Pfunds stammende Barkockmaler Philipp Jakob Greil sein. Den sechssäuligen Hochaltar ziert als Altarbild eine Darstellung der Unbefleckten Empfängnis Mariens (Maria Immaculata). Das Jesuskind zerstört mit seinem Kreuzstab die Schlange des Bösen, darüber vervollständigen Gottvater im Himmel und die Heilig-Geist-Taube das Thema der Hl. Dreifaltigkeit, dem die Pfarrkirche geweiht ist. Seitlich stehen die Statuen der hll. Josef und Joachim, begleitet von Leuchterengeln.Ähnlich im Aufbau, wenn auch etwas schlichter, sind die beiden ebenfalls gegen Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Seitenaltäre. Das Bild am linken Seitenaltar zeigt die Hl. Familie, flankiert von den Statuen der hll. Johannes der Täufer und Benedikt (als Asket mit Rabe und Brot als Hinweis auf den Mordversuch mit vergiftetem Brot). Im Tabernakelschrein wir ein prunkvoll verziertes, monstranzähnliches Reliquiar aufbewahrt. Die Kapsel brigt Reliquien des aus Piller, Gemeinde Fließ stammenden seligen Priester-Märtyrers Otto Neururer (1882-1940). Der unbeugsam an seinem Glauben und dem priesterlichen Dienst festhaltende Tiroler Pfarrer wurde am 30. Mai 1940 im KZ Buchenwald von den Nationalsozialisten hingerichtet. Am Christkönigssonntag, 24. November 1996 erfolgte in Rom die Seligsprechung.